|  | | Das Wittenberger Röhrwasser | Wittenberg, im Jahr 11 80 erstmalig erwähnt, seit 1293 Stadt, Residenz der Askanier, dann der Wettiner - Herzöge und Kurfürsten von Sachsen - erhielt 1502 seine Universität (lesen Sie mehr zur Geschichte auf den Seiten der Lutherstadt Wittenberg ). Damals waren nur Bachläufe durch die Stadt geleitet, denen Frischwasser entnommen wurde, die aber auch Abwasser und Fäkalien entsorgten und diese der Elbe zuführen.
Grundwasserbrunnen reichten nicht mehr aus Es gab auch Grundwasserbrunnen , aber all dies reichte bei der zunehmenden Bevölkerungszahl und dem damit verbundenen Aufblühen des Gewerbes nicht aus. So sah sich der Kurfürst Johann Friedrich 1542 veranlasst, dem Bürgermeister Phillip Reichenbach und dem Amtmann Christoff Groß den Auftrag zum Bau einer Röhrwasserleitung zu erteilen. Damit sollte sein Schloß und die Festung Wittenberg versorgt werden. Andere Städte hatten bereits Röhrwasserfahrten, und so war ein erfahrener Brunnenmeister für dieses Unternehmen bald gefunden. Dieser erkundigte das Umland und fand im Norden eine ausreichende Quelle in der "Teucheler Flur". Dort waren wasserstauende Schichten durch den Druck der vorletzten Eiszeit so gestaucht worden, dass sich in verdeckten Mulden Grundwasserseen bildeten, deren Überlauf das Quellwasser für das Schloßröhrwasser lieferte. Aber auch die Bürger wollten Röhrwasser ohne von dem Kurfürsten abgängig zu sein. Deshalb schlossen sich 1556 sieben Bürger Wittenbergs zusammen und ließen auf der Bruder Annendorfer Mark eine Quelle fassen und das Wasser durch Holzröhren zu ihren Häusern leiten.
Auf Grund des großen Interesses der Bürger am Röhrwasser musste 1559 eine weitere Quelle erschlossen werden. Diese Röhrfahrten nannte man später "Altes und Neues Jungfernröhrwasser". 1625 entstand die vierte Röhrfahrt nach Ambrosius Rhode, einem Universitätsprofessor benannt, der diese Anlage organisierte und bauen ließ. Auch die Schloßvorstandt hatt eine eigene Wasserversorgung. Von ca. 1691 bis 1791 versorgte das "Eiser oder saure Wiesen Wasser" sechs Interessenten.
Der Kurfürst beschäftigte zur Wartung seiner Anlage einen Röhrmeister. Die Bürger gründeten eine "Gewerkschaft" und stellten als ersten Röhrmeister Matthaeus Becher ein. Die Mitglieder dieses "Gewerkes" finanzierten mit ihren Beiträgen den Erhalt ihrer Röhrwasseranlage. Als Gewerke bezeichnete man nach dem Vorbild der Gewerke der Bergleute im Erzgebirge zweckgebundene Zusammenschlüsse der Bürger. Luther hat das Schloßröhrwasser noch kostenfrei genossen, und Melanchton bekam eine "Portion" ins Haus verlegt. Die beiden "Jungfernröhrwasser" arbeiten heute noch.
Es gibt natürlich auch heute noch Bürger, die das Röhrwasser betreuen, erhalten und bekanntmachen. Diese Bürger haben sich in dem Verein "Gewerkschaft Altes und Neues Jungfernröhrwasser e.V." zusammengeschlossen. Derzeit hat der Verein 19 Mitglieder. Folgende Personen gehören dem Vorstand des Vereins an.
Hans-Joachim Herrmann - Vorsitzender Berhard Rosenlöcher - Röhrmeister Klaus-Dieter Herbst - stellvertretender Vorsitzender Uwe Zander - Kassenwart Katrin Schmidt - Schriftführer
Das Röhrwassersystem wird heute von den Stadtwerken Lutherstadt Wittenberg betreut.
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| Abteilungsleiterin Gas- und Wasserversorgung, Dokumentation und Liegenschaften, Fuhrpark |  | 03491/470-220 |  |
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